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Landscape 18 und Untitled 2020 / Analoge Collagen

Das künstlerische Medium von Sabine Hertig (*1982) ist die analoge Collage. Als Bildquellen
dienen ihr die zeitgenössischen Informationsmedien und allem voran die klassischen Printmedien.
Seit nunmehr 10 Jahren studiert sie ebenso intensiv wie akribisch deren scheinbar
unerschöpflichen Bilderfundus auf der Suche nach neuen Bildzusammenhängen und spannungsreichen
Dialogen, im paradoxen Wissen, dass diese künstlerische Aneignung und Verfremdung
zugleich Bewahrung bedeutet: „Es ist die Faszination am Bild an sich, die mich antreibt,
mich in diesen Bilderfluss zu begeben und auf ihn zu reagieren. Es ist auch der Versuch,
den historischen, archivierten Bildern wieder einen Wert zurückzugeben, indem sie in ein neues
Ganzes eingebunden und damit in eine Zeitgenossenschaft geführt werden.“

2020
Sabine Hertig


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Monografie
Sabine Hertig scrap
Hg. Ines Goldbach
Christoph Merian Verlag, Basel
2018

Film
Sabine Hertig scrap - Exploring the edge
Regie: Angelo A. Lüdin
pointdevue doc.
2019

Kunstwerk(e)

Ohne Titel (2020)
Hertig Sabine
Andere
Hertig versteht ihre Collagen als Malerei. Die ersten Setzungen geschehen meist mit ganzen Seiten, dann wird es Schicht um Schicht differenzierter und die Schere kommt zum Einsatz. Hertig dürfte für jeden Bibliothekar eine Herausforderung sein, sie füllt ihren Warenkorb mit Motiven. Alles ist für sie interessant, alte Du-Hefte, Kunstgeschichtliches wie Zeitgeschichtliches. Wer näher hintritt, erkennt viele vergangene Katastrophen, aber auch Körper, denen sie kurzerhand den Kopf abschneidet. Alles ist der Dynamik der Komposition unterworfen, im Detail jedoch wiederholt sich die Sprengkraft zeitgenössischer Bilderflut. Man kann von diesem rasenden Stillstand durchaus überwältigt werden.
(Annette Hoffmann, Aus: Artline / Porträt "Die Basler Künstlerin malt mit Bildern zeitgenössischer Reizüberflutung")
Papierteile aus Printmedien, Leim,
Analoge Collage auf Aludibond
ca 3kg mit Rahmen
0.47 x 0.43 m

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Landscape 18 (2020)
Hertig Sabine
Andere
"Vor uns liegt eine (Stadt)-Landschaft, in der sich viele für uns vertraute Architekturen, Figuren, Dinge vollständig aus ihren Verankerungen und Gewohnheiten gelöst haben. Der Eindruck drängt sich auf, eine informationsüberflutete Mega-City würde in ein chaotisches Up-Side-down stürzen oder eine apokalyptische Szenerie habe sich auf den Weg in die Abstraktion aufgemacht. Unüberschaubare, motivisch fragmentierte Bildteile hebeln eine einst geordnete Welt tosend aus den Angeln." (Aus dem Text von Barbara van der Meulen "Medial geschichtete Ruinenlandschaften")

In ihrer klaren Komposition, Lichtführung und eindringlichen Tiefenperspektive lassen Hertigs monumentale Collagen unvermittelt an Malerei denken. In der Nahsicht entfalten sich dann aber detailreiche Bilderkosmen, in denen unzählige Einzelgeschichten in einer opulenten Bilderflut malerisch verdichtet sind: „Alles entsteht analog mit Schere und Leim. (...)
(Aus dem Ausstellungstext von M. Kraft/"Reverberate" Stampa 2019)
Papierteile aus Printmedien, Leim,
Analoge Collage auf Leinwand
20 kg
1.85 x 2.45 x 0.4 m

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