Werkeingaben >

path (my corona walk)

"Path" ist meine morgendliche Hauptroute durch mein Atelier: wenn ich ins Atelier eintrete, lege ich meinen Rucksack auf den Sims bei der Fensterfront, gehe dann hinten im Atelier unter der Hochbühne die Kaffeemaschine und die Stereoanlage einschalten und von dort entlang der Zeichnungswand zur Garderobe meine Jacke aufhängen und wieder zurück, bevor ich mit der Arbeit beginne. In den bewegungseingeschränkten Monaten der Corona Pandemie wurde dies zu einem bewusst erlebten täglichen Spaziergang. Einschränkungen durch einen äusseren Stillstand, limitierten Bewegungsradius, Raummangel, Geldknappheit und Anderes mehr werfen uns auf uns selbst zurück. Dies hat auch positive Aspekte: die Wahrnehmung wird bewusster und alltägliche, repetitive, vermeintlich banale Tätigkeiten bekommen eine neue Bedeutung.

2020
Miguela Tamo


Zum Vergrössern klicken
Ich habe mit der Arbeit an "path" Ende 2019 begonnen und wurde im März/April lockdownbedingt durch fehlendes Material aufgehalten, somit konnte ich die Arbeit erst Ende Juni fertigstellen. Es gibt noch keine Publikationen dazu. Einzig auf meiner Webseite (https://www.miguelatamo.ch) hat es Bilder der Projektidee und der Arbeit im Rohzustand. Path knüpft an meine letzte Arbeit "Terra" von 2019 an, welche ich ebenfalls performativ-tanzend mit den Füssen gemacht habe.

Kunstwerk(e)

path (my corona walk) (2020)
Tamo Miguela
Installation
Path hat einen performativen Charakter, entstanden durch Niedertrampeln von 53 Tonballen zu einem einzigen durchgehenden Trampelpfad. Unmittelbar und ohne Korrekturen, zeigt es die eingefrorenen, in diesem Falle die eingetrockneten und gebrannten Spuren eines Bewegungsablaufs. Danach habe ich die Arbeit in 53 brennofenkonforme Teile geschnitten. Es ist ein Glücksfall, dass "path" trotz Verformungen und Materialschwund beim Trocknungs- und Brennprozess fast wieder perfekt ins Atelier passt. Beim Fotografieren und Filmen der fertigen Arbeit, bei Vogelgezwitscher und Schwalbengesang mit Blick auf die das Atelier umgebenden Pflanzen, erlebte ich "path" wie einen Pfad mitten in der Natur. Mein Spaziergang durchs Atelier verband sich mit der Aussenwelt zu neuer Freiheit.
Ton gebrannt, 53 Teile
Auschliesslich mit den Füssen getretener Ton
265 Kg ca.
8.2 x 5,2 x 0.03 m

Zum Vergrössern klicken

© 2020 Visarte Schweiz und die zukunft kuratieren | AGB | corona-call@visarte.ch