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«Pas des masques» | «Risk Appetites»

Selbst in verschiedenen Berufsfeldern tätig, wurde der Lockdown nicht zu einer Pause. Der eine Beruf wurde als «systemrelevant» erklärt, während in den anderen Feldern vieles geschlossen, abgesagt oder verschoben wurde. In den eigenen Räumen werkeln konnte man allemal. Wenn das angespannte Warten nicht die Schaffenskraft gelähmt hätte.

2020 | 2020
Judith Weidmann


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Kunstwerk(e)

«Pas des masques» (2020)
Weidmann Judith
Film
Während der Pandemie werden Schutzmasken global zum raren Produkt und in Folge Abhängigkeiten auf verschiedenen Ebenen sichtbar. Aktuell sind die Masken wieder breit erhältlich und selbst im öffentlichen Raum zu einer üblichen Erscheinung geworden. Einige Arbeitsorte erliessen für ihre Mitarbeiter*innen im Rahmen der Pandemie eine Maskentragepflicht. Dort fragt man sich heute, wie lange diese wohl noch dauert. Die sensorischen Stimuli wie der Geruch, der Druck und das ständige in die Augen Hochrutschen des Nasendrahtes sind eher unangenehm. Je wärmer die Temperaturen, desto stärker das Schwitzen unter der Maske. Hautirritationen können vorkommen. Sonnenbrillen tragen ist einfacher. Im Video «Pas des masques» entwickelt die Maske eine gewisse Dynamik. Sie entzieht sich ihrer eigentlichen Funktion und wird zu einem leichtfüssigen Objekt.

Video
HD, stereo
2 min 8 sec
«Risk Appetites» (2020)
Weidmann Judith
Film
Die Pandemie zeigt teilweise auf, wie die Gesundheitssysteme und Sorgearbeiten in einzelnen Ländern organisiert sind. Selbst in verschiedenen Berufsfeldern tätig, wurde die Zeit während des Lockdowns nicht zu einer vollständigen Pause. Der eine von mir ausgeübte Beruf wurde über Nacht als «systemrelevant» erklärt. In der persönlichen Erfahrung kam es entgegen allgemeiner Erwartung schlussendlich nicht zu einem Mehreinsatz, sondern zum Abbau von Überstunden. Doch konnte ich in dieser Zeit weder Langeweile noch sonst etwas Brauchbares produzieren, war sie doch von einem angespannten, lähmenden Warten und der Sorge um andere Menschen überschattet. Der «grosse Applaus» löste irritiertes Wundern über den Umgang unserer Gesellschaft mit Krankheit und Sorgearbeit aus. Lauert in diesem Umgang nicht auch ein Risiko? Und wie sieht eine solche Krise aus, wenn sie uns morgen, in einem fortgeschritteneren Zustand des Pflegenpersonalmangels trifft?
Video
HD, ohne Ton
3 min 45 sec

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