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TAUSCHWARE

Das untenstehende Zitat aus der WOZ zeigt wie eng Krisen miteinander verwoben sind. Seit längerer Zeit beschäftigen sich Barbieri und Rauer mit gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen und Wechselwirkungen. Von den Medien wird die Coronakrise mit der Klimakrise verglichen, die wichtigste Frage dabei ist: Was können wir aus der aktuellen Situation für die Zukunft lernen? Nicht nur das Virus wird unter dem Reagenzglas untersucht, sondern die Gesellschaft gleich mit. Dies bewegte die Künstlerinnen dazu, während des Lockdowns nicht allein, sondern zu zweit unter Wahrung der Physical Distance, aber nicht der Social Distance, forschend zu malen. An jedem Aquarell haben beide Künstlerinnen gearbeitet. Die Malereien wurden in Umschläge gesteckt und mit einer Notiz versehen hin und hergeschickt. In einem regen Dialog malten die beiden parallel an den Aquarellen. So entstanden nicht nur assoziative Bilder zur Krise, sondern auch das Wissen vertiefte sich im gemeinsamen Austausch.

2020
Sabrina Barbieri, Corina Rauer


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Die Publikationen sind in den Lebensläufen der Künstlerinnen zu finden.

Der textuelle Austausch über die Bilder in Form von Briefen, Chatprotokollen und Videocalls gehört zum Kunstwerk dazu und wird in geeigneter Form ebenfalls ausgestellt. Die Aquarelle werden gerahmt. Die Arbeit ist momentan noch nicht abgeschlossen und die Künstlerinnen werden die Serie von Malerereien noch erweitern.

Kunstwerk(e)

TAUSCHWARE (2020)
Barbieri Sabrina, Rauer Corina
Malerei
«Pandemien fallen nicht vom Himmel. Die Entstehung und Verbreitung des Coronavirus hat mit dem grossen Druck auf Ökosysteme zu tun. Die Gründe sind vielschichtig, hängen aber stark mit der Globalisierung zusammen. Die Wildtiere – in diesem Fall die Fledermaus, das Schuppentier oder die Zibetkatze – leben in Wäldern, die vom Menschen früher kaum genutzt wurden. Auf den Lebendtiermärkten kommen nun Wildtiere mit anderen Wildtieren in Berührung, die sich in der Natur nie begegnen würden. Das eröffnet den Keimen ganz neue Möglichkeiten, fremde Wirte zu erobern. Zudem werden immer mehr Wälder abgeholzt, um Palmölplantagen zu pflanzen. Der natürliche Lebensraum der Fledermäuse schrumpft. Sie halten sich gerne in den Palmölplantagen auf, kommen damit aber auch näher an die Siedlungen heran. Ihre Viren verteilen sie über den Speichel und den Kot auf den Pflanzen. Die Chance, dass Mensch oder Tier in Plantagen mit Fledermausviren in Berührung kommen, steigt markant.» WOZ Nr. 14/2020 I 02.04.2
Aquarell auf Papier
Malerei I Text
0.105 x 0.158 I 0.21 x 0.297

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