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Corona dairies

Die Corona-Krise ist nicht nur eine Pandemie, sie ist ein weltumfassendes gemeinsames Ereignis. Auf fünf Kontinenten sind in den letzten Monaten ähnliche Ängste und Hoffnungen in den Menschen erwacht, ähnliche Einschränkungen haben wir erlebt.
Diese Erfahrungen werden in unserem Körper gespeichert: jede Narbe und geheilter Knochenbruch, das ganze Körpergedächtnis lagert das Erlebte in uns. Der Körper kann als Archiv gedacht werden, in dem Spuren individueller und kollektiver Erinnerungen eingraviert werden.
Ich sammle täglich meine herausgefallenen Haare. Begonnen am 1. Tag des Lockdowns, dem 20. März 2020, wächst ein Archiv heran, das mein individuelles und kollektives Köpergedächtnis veranschaulicht.
Meine gesammelten Haare werden in einem Bilderrahmen geometrisch angeordnet und auf Nägeln gerollt, mit Datum versehen, präsentiert. Jede/r kann dadurch die eigene Corona-Erinnerungen abrufen. Mein Körpergedächtnis eröffnet somit ein Assoziationsfeld für kollektive Erinnerungen.

2020
Hanga Sera


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"Die Archäologie der Erinnerungen"
Katalogbeitrag des Festivals ZooArt Cuneo, Italien, 2014

"Babysitterhauswartnutte"
Katalogbeitrag des Fotofestivals "horizonte zingst", Zingst, Deutschland, 2013

“Die Sprache der Strasse” Sonderzahl Verlag, Wien, 2005
Eines der acht Gewinnerprojekte des Wettbewerbs "Die Sprache der Strasse" war "Das Wörterbuch der Strasse", mein Forschungsprojekt an der Schnittstelle zwischen Architektur und Literatur.


Kunstwerk(e)

Corona diaries (2020)
Hanga Sera
Andere
Drei Monate in Haar-Form: jeden Tag seit Anfang des Lockdowns habe ich meine herausgefallenen Haare gesammelt, zusammengebunden und mit Datum versehen.
Diese Haar-Kreise werden auf Nägel gebunden, verteilt in einem regelmässigen Raster in einem Bilderrahmen. Die Haarbündel sind jeweils mit einer Kupferplatte mit eingraviertem Datum versehen.
Somit wird mein Körpergedächtnis zur Schau gestellt, das meine individuellen und kollektiven Erfahrungen der letzten Monate speichert. Dadurch kann jeder/r die eigenen Erinnerungen der Corona-Zeit abrufen, die Arbeit wird zum universellen Corona-Tagebuch.
Das Werk ist im entstehen, die Bilder zeigen nicht den Endzustand.
menschliches Haar, Leinwand, Nägel, Kupferplatten gebürstet und graviert, Bilderrahmen
mixed
5 kg
1,30 m x 0,80 m

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