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Transfer (F-108)

Die Diptychen "Transfer" zeigen jeweils eine Konstruktion, die sich, zwischen zwei Stützen aufgehängt, verdreht, verschiebt und deren Teile zunehmend zueinander zu verrücken scheinen. Das räumliche Verständnis der Konstrukte ist komplex und verwirrend. Ihre räumliche Wahrnehmung stellt Ansprüche an den persönlichen Blick. Ein Blick, der sich zunehmend verändert.

Während der sehr strikten Ausgangssperre der Coronakrise in Paris entstanden, erforschen diese Werke die Grenzen des Wohn- und Lebensraumes. Eingesperrt in einer Stadt, die stillsteht. Die Kunst muss weitergehen. Doch wie weiter Kunstmachen, trotz des nationalen Shutdowns und der Heimschule? Wie Kunstmachen trotz der Reorganisation des Lebensraumes, der Präsenz und der besonderen Bedürfnisse der Familie? Es ist insbesondere für Kinder nicht einfach monatelang keine Schule zu haben, keine Gleichaltrigen zu treffen, nicht raus zu dürfen, keine offenen Parks zu finden, sich nicht austoben zu können.

2020
Tristan Rain

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Kunstwerk(e)

Transfer (2020)
Rain Tristan
Malerei
Die Tafeln „Transfer“ nehmen zueinander Bezug auf, was die Menschen nun gerade nicht mehr dürfen. Sie nähern sich, stoßen sich gegenseitig ab, gehören aber zusammen. Die Distanz inzwischen den Tafeln ist unzureichend, man sucht die Nähe, fürchtet die mögliche Entfremdung, versucht aber gleichzeitig die empfohlene Distanz zu wahren.
Aber jede Begegnung der seltenen kurzen Ausflüge zum nahen Supermarkt wird als Gefahr wahrgenommen, man geht sich aus dem Weg. Aber man möchte sich treffen, diskutierend auf einer Terrasse sitzend einen gemeinsamen Apéro trinken. Die kulturellen Selbstverständlichkeiten werden auf den Kopf gestellt, die gesamte gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten werden in Frage gestellt.
Tristan Rain, Paris 7- mai 2020
Öl und Industriefarben auf Leinen
Öl
4
170 x 100 cm (bxh)

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