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Interventionen im öffentlichen Raum: Santa Corona/Die ruhige Kugel

Was passiert mit uns selbst und unseren Körpern, wenn wir in Zeiten von Corona zum Daheimbleiben aufgefordert werden? Und was geschieht mit den öffentlichen Plätzen, wenn wir uns nicht mehr auf ihnen aufhalten, dort nicht mehr verweilen?
Diesen Fragen bin ich mit zwei Arbeiten nachgegangen:
"Santa Corona" ist eine zeichnerische Intervention auf einer Litfasssäule im öffentlichen Raum,
"Die ruhige Kugel" ist eine 30- minütige Aktion auf dem leeren Bundesplatz.


2020
Caroline Singeisen


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www.caroline-singeisen.ch

Kunstwerk(e)

Santa Corona (2020)
Singeisen Caroline
Zeichnung
Die Schutzheilige gegen Seuchen und Geldnöte heisst tatsächlich Santa Corona.
Zeichnerisch näherte ich mich der Schutzpatronin an. Mit Kopien der entstandenen Werke und originaler
Abbildungen der Santa Corona bespielte ich eine aus aktuellen Gründen verwaiste Plakatsäule im öffentlichen
Raum des Berner Länggassquartiers.
Kunst verlagerte sich, wie vieles anderes, ins Digitale, physische Begegnungen wurden rar. Da war es gut,
mit der Santa Corona eine Figur zu haben. Mit dem Bespielen der Öffentlichkeit mit Zeichnungen und
historischen Abbildungen der Heiligen wollte ich den öffentlichen Raum, der normalerweise auch der
Kunst gehört, schützen und Begegnungen zwischen der halbfiktiven Figur und der Bevölkerung schaffen.
(siehe Text von Lula Pergoletti in der BKA)
Papier auf Litfasssäule
Zeichnung, Intervention im öffentlichen Raum
Höhe: 2.45 m

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Die ruhige Kugel (2020)
Singeisen Caroline
Performance
"Wir müssen die Geschwindigkeit reduzieren, wir müssen ein bisschen bremsen, um die Ziele zu erreichen". Derartige bundesrätliche Anweisungen waren vor dem 13. März 2020 noch nie so zu hören.
Und so leer wie während den vergangenen Monaten hat sich der Bundesplatz wohl noch nie präsentiert. Verweilende, spazierende Menschen waren verschwunden, kein Wochenmarkt, keine Demonstrationen fanden mehr statt. Und auch keine kommerziellen Nutzungen.
Für die Aktion "Die ruhige Kugel" überquerte ich während 30 Minuten den Bundesplatz, indem ich eine Lehmkugel über die steinernen Bodenplatten rollte. Zu Beginn bildete sich eine nasse Spur, mit der Zeit trocknete die Kugeloberfläche aus, auf der sich schliesslich kleine Risse bildeten.
Mich interessiert nebst der Entkörperlichung des öffentlichen Platzes die Begegnung unterschiedlichster Zeitlichkeiten: Das viele Millionen Jahre alte Material des Lehms und des Steins und unser auf einen Schlag gebremste Alltag treffen hier aufeinander.
ungetrockneter Lehm, Körper
Aktion im öffentlichen Raum
fussballgross

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